B.a.r.f.

Ich war noch keine Woche bei meinem Frauchen, als sie merkte, dass ich mit dem Trockenfutter nicht satt wurde.

 

Ich muss aber auch sagen, ich hab sie ganz schön gepiesackt. Ständig hing ich an ihren Kniekehlen und zwickte in ihre Hose, oder manchmal auch in die Haut.

 

Sie fing an im Internet zu recherchieren und wälzte zahlreiche Bücher, um eine befriedigende Alternative für mich zu finden.

Sehr bald stand für sie fest, Trockenfutter käme für mich nicht mehr in Frage. Alle TroFu Sorten, die sie näher unter die Lupe nahm, hatten viel zu viele Bestandteile und Zusatzstoffe die nicht gut für mich sind, die mich unter Umständen sogar krank machen könnten.

Die Essensreste meiner Menschen kamen schon gar nicht in Frage, da diese Ernährungsform nicht artgerecht ist (oder habt ihr schon mal einen Hund kochen sehen?). Durch Zufall stieß sie auf den Begriff B.A.R.F. ( Bones and Raw Food Knochen und rohes Futter). Damit konnte sie so gar nichts mit anfangen und suchte weiter was sich hinter dem Begriff verbirgt.

Sie stellte fest, dass “barfen” nichts anderes als artgerechte Rohfütterung ist. Je mehr sie darüber lass, um so überzeugter war sie, dass diese Art von Futter das richtige für mich wäre.

Ich kann euch sagen, was besseres hätte mir nicht passieren können. Mein Speiseplan ist sooo abwechslungsreich und besteht zum größten Teil aus Fleisch und Knochen. Einfach nur lecker

 Ich bekomme als Fleischmahlzeit:

Vom Rind Herz, Muskel-, Kopf- und Magerfleisch, Blättermagen. Es gibt auch Lammfleisch und -pansen, Pferde-, Hasen-, Geflügelfleisch -herz und -leber, Fisch und manchmal auch Wild.

Zu jeder Fleischmahlzeit gibt es verschiedenes püriertes Gemüse (das Gemüse muss püriert sein, da unser Verdauungssystem nicht in der Lage ist, die Zellwände zu knacken und damit die darin enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe nicht aufnehmen könnte) , einen Teelöffel Öl (wegen der fettlöslichen Vitamine und für Haut und Fell) (z.B. Lein-, Distel-, Raps-, Oliven-, Nachtkerzenöl oder Lebertran) und Seealgen- oder Grünmuschelmehl

Zum knabbern und nagen, als Knochenmahlzeit:

Frische Puten- oder Hühnerhälse, Hühnerschenkel (aus denen aber der Zahnstocher - Knochen entfernt werden sollte), wenn es klein ist ein halbes Hühnchen, Kalbsbrustbein, Rinderkehlkopf oder Ohr mit Fell und Ohrmuschel, Ochsenschwanz und Hasenschenkel.

(Um diese Leckereien zuzubereiten braucht ihr nicht ausgerüstet sein wie in einer Metzgerei. Ein scharfes Fleischmesser und eine Gartenschere, um die Putenhälse zu teilen, reichen völlig aus.)

 

schaut mal wie mir das Rinderohr schmeckt

         ohr

 

Zwei mal pro Woche bekomm ich zusätzlich noch einen Becher Joghurt, Hüttenkäse oder Quark mit einem Esslöffel Honig und einem Eigelb mit Schale. Meist ist auch noch sehr reifes, süßes püriertes Obst mit drin.

Getreide spielt bei unserer Ernährung kaum eine Rolle. Hunde mit Allergie sollten ganz darauf verzichten.

So ein- bis zweimal die Woche bekomm ich schon welches. Mal sind es Vollkornnudeln oder -reis oder Kartoffeln, wenn meine Menschen mir von ihren Pell- oder Salzkartoffeln übrig lasssen.

Hier mal ein Beispiel wie so ein Wochenspeiseplan von mir aussieht

Buchtip´s:

 

   natural dog food         barf       barf-baby          

 

Vielen von euch stellt sich sicherlich die Frage über Krankheitserreger, insbesondere von Salmonellen in rohem Fleisch und Fisch oder auch Neosporose, Toxoplasmose usw. die durch Rohfütterung übertragen werden könnten.

Da kann ich euch beruhigen. Ein gesunder Hund, dessen Immunsystem intakt, dessen Organismus nicht durch ständige nicht artgerechte Ernährung geschwächt ist, kann diese Erkrankungen ohne Symptome durchmachen und dann immun dagegen sein. Hunde mit geschwächtem Immunsystem können aber daran schwer erkranken.

Auch Darm-Parasiten sind eigentlich kein Thema.

Ich bin das erste und bis jetzt letzte Mal als Welpe entwurmt worden. Seit ich barfe bringt mein Frauchen alle 4 Monate eine Kotprobe von mir zum Tierarzt und lässt es auf Parasiten untersuchen. Bis jetzt hatte ich noch keine und die chemische Keule nur so prophylaktisch blieb mir erspart. Denn auch so eine Wurmkur schwächt kurzfristig mein Immunsystem.

Auch das uns rohes Fleisch aggressiv und beißwütig macht ist ein altes Ammenmärchen, dass sich leider all zu hartnäckig hält. Dafür gibt es keinerlei Beweise.

 

Selbst wenn meine Rudelführerin nicht von der Rohfütterung überzeugt gewesen wäre und mir diese Schlemmereien vorenthalten hätte, spätestens nachdem sie das Buch “Katzen würden Mäuse kaufen” gelesen hatte, wäre ich in den Genuss dieser Leckereien gekommen. 

 

                                    Katzen würden Mäuse

 

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